Methodenworkshops für Nachwuchswissenschaftler

Im Rahmen der Tagung ist die Durchführung eines Methodenworkshop für Doktorandinnen und Doktoranden am 04. November 2009, 14-18 Uhr, geplant, die auch für andere Interessierte geöffnet ist, sofern Plätze vorhanden sind. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Die Teilnahmegebühr beträgt 25 Euro.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Ausschlaggebend ist der Zeitpunkt der Anmeldung. Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler, die keine finanzielle Unterstützung für Tagungsreisen bekommen, haben die Möglichkeit, auf der Basis eines Antrags an methodenworkshop@ifs.tu-dortmund.de einen finanziellen Zuschuss zu bekommen, da das BMBF die Nachwuchsförderung mit einer finanziellen Zuwendung unterstützt.

Voraussetzung für diesen Zuschuss ist eine schriftliche Erklärung der Teilnehmerin /des Teilnehmers sowie der Nachweis über die Kosten (Reisebelege, Hotelrechnung etc.). Der Antrag auf Bezuschussung der Kosten und die dazugehörigen Original-Belege können während der Tagung im Tagungsbüro abgegeben werden. Das Antragsformular finden Sie hier. Die Höhe der Bezuschussung richtet sich nach der Anzahl der Anträge.

Bitte bringen Sie zu allen drei Workshops ein eigenes Notebook mit.

Sie können sich hier zum Methodenworkshop online anmelden. Bitte legen Sie dafür einen Account für das ConfTool an.

Workshop A - Einführung in die Mehrebenenanalysen mit HLM

Viele Daten, die in der sozialwissenschaftlichen Forschung analysiert werden, haben eine hierarchische Struktur (so lernen z.B. Schülerinnen und Schüler in Schulklassen, die jeweils Bestandteil einer Schule sind). Da man für die Auswertung solcher Datensätze von abhängigen Beobachtungen ausgehen muss, sind die Voraussetzungen für die Anwendung von statistischen Verfahren wie linearen Regressions- oder Varianzanalysen nicht gegeben.
Die Mehrebenenanalyse ist ein Verfahren zur Analyse solcher hierarchisch strukturierten Daten. Der Workshop gibt eine Einführung über die grundlegenden Ideen der Mehrebenenanalyse. Anhand der Software HLM wird beispielhaft die Anwendung hierarchischer linearer Analysen vorgestellt.


Für die Teilnahme am Workshop werden Kenntnisse der Regressionsanalyse vorausgesetzt.

Workshop B - Einführung in Latent Class Analysen

Personen können bzgl. eines Merkmals miteinander verglichen werden, z.B. Person a ist intelligenter als Person b. Die Charakterisierung basiert dabei auf der Einschätzung in „besser“ oder „schlechter“. Solche Modelle (Latent-Trait-Modelle) gehen davon aus, dass die latente Variable metrisches Skalenniveau aufweist. Latent-Class-Modelle haben hingegen den Vorteil, dass nominal latente Konstrukte modelliert werden können. Die Charakterisierung von Personen findet anhand der Zuordnung von Personen zu bestimmten latenten Klassen oder Typen statt, z.B. Person a verwendet eine andere kognitive Lösungsstrategie als Person b. Daher ist nicht die Anzahl der Antworten, sondern das Antwortmuster einer Person entscheidend bei der Berechnung. Ziel der LCA ist es demnach, eine Person anhand ihres Antwortmusters mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit einer latenten Klasse zuzuordnen.

In diesem Workshop wird mit der Software MPlus gearbeitet. Diese ist als kostenlose Demoversion unter folgendem Link erhältlich: http://www.statmodel.com/demo.shtml

Für die Teilnahme am Workshop werden Grundkenntnisse in SPSS mit Syntaxprogrammierung und Grundkenntnisse in Statistik vorausgesetzt.

Literatur:

  • McCutcheon, A. L. (1987). Latent class analysis. Newbury Park, CA: Sage.
  • Hagenaars, J. A. & McCutcheon, A. L. (2002). Applied latent class analysis. Cambridge: Cambridge University Press.
  • Hancock, G. R. & Samuelsen, K. M. (2008). Latent variable mixture models. Charlotte, NC: IAP.
  • Workshop C - Einführung in systematische Videoanalysen in der Unterrichtsforschung mit Videograph

    Ziel dieses Workshops ist, den Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen anwendungsbezogenen Einblick in den Prozess der Planung und Durchführung systematischer Videoanalysen zu bieten. Hierzu werden im Verlauf des Workshops unter anderem die folgenden beiden Fragen diskutiert:

  • Was sind die grundlegenden Einheiten für systematische Videoanalyse?
  • Welche Art von Videoanalyseverfahren wird verwendet?
  • Als Beispiel dient das Vorgehen der IPN Videostudie. Im Workshop werden theoretische, methodische und praktische Komponenten systematischer Videoanalysen miteinander verknüpft. Hierzu erfolgt ein regelmäßiger Wechsel zwischen Phasen theoretischen Inputs und praktischen Arbeitsphasen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten Gelegenheit, die Grundlagen der systematischen Videoanalyse kennen zu lernen und mit Hilfe der Software Videograph einzusetzen. Für das praktische Arbeiten werden die Software sowie Unterrichtsvideos und Beispiele für systematische Auswertungsverfahren zur Verfügung gestellt.