PROJEKTDATEN

Projektkennung

P59a

Laufzeit

01.08.1996 - 01.01.1999

Förderer

Bund-Länder-Kommission, Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW

Projektleitung

Dr. Anne Mauthe

Wissenschaftliche Begleitung des BLK-Modellversuchs Stadtteilerneuerung Kooperationsfeld für Schulen und Kommune in Ratingen West"

Projektbeschreibung

Ratingen-West zählt zu den Stadtteilen, die durch besonders komplexe gesellschaftliche und baulich-räumliche Probleme geprägt sind. In dieser Ausgangslage haben die Schulen bereits vor Jahren begonnen, soziokulturelle Defizite im Stadtteil aufzufangen und ihren Unterricht gemeinwesenorientiert zu gestalten. Durch die Einbindung in das vom Kultusministerium NW geförderte Konzept Gestaltung des Schullebens und Öffnung von Schule" (1991-1994) konnten erste Kooperationsformen mit außerschulischen Partnern entwickelt werden. Seit dem Sommer 1996 ist Ratingen-West in das Handlungskonzept der Landesregierung für Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf" aufgenommen. Zugleich wurde der BLK-Modellversuch genehmigt. Beide Konzepte sind aufeinander bezogen und als integrierter Ansatz zu einer wirksamen Erneuerung des Stadtteils zu verstehen. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Aktivierung und Stärkung von Selbsthilfepotentialen und des bürgerschaftlichen Engagements. Im Schulbereich soll modellhaft ein Konzept entwickelt und erprobt werden, das eine aktive Teilhabe von Kindern und Jugendlichen an der Gestaltung ihres sozialräumlichen Umfeldes beinhaltet. Dabei sollen die Belange des Stadtteils und die Mitgestaltungsmöglichkeiten der Kinder und Jugendlichen zu einem Schwerpunkt des jeweiligen pädagogischen Profils bzw. Programms der Schulen werden. Die Einbindung und Institutionalisierung lebensnaher und stadtteilbezogener Themen erfolgt im Rahmen schulinterner Curricula: Stadtentwicklung wird systematischer Bestandteil des Unterrichts in verschiedenen Fächergruppen, wobei die Unterrichtsprozesse und -ergebnisse durch Rückkoppelung mit der kommunalen Entwicklungsplanung an Relevanz gewinnen. Zur Ergänzung des traditionellen Fachunterrichts werden didaktische Verfahren eingesetzt, die überfachliches, projekt- und handlungsbezogenes Lernen ermöglichen und zugleich die Interaktion zwischen Schulen und Schulumfeld stärken. Der Ausbau der Kontakte und Kooperationen mit dem außerschulischen Umfeld soll langfristig dazu beitragen, dass die Schulen zu einer altersübergreifenden Begegnungsstätte im Stadtteil werden. In den Modellversuch sind alle Schulen in Ratingen-West (vier Grundschulen, Realschule, Gymnasium, Gesamtschule und eine Sonderschule für Geistigbehinderte) sowie der städtische Jugendclub einbezogen.