Wissenschaftliche Begleitung des BLK-Modellversuchs Stadtteilerneuerung Kooperationsfeld für Schulen und Kommune in Ratingen West"
Projektbeschreibung
Ratingen-West zählt zu den Stadtteilen, die durch besonders komplexe
gesellschaftliche und baulich-räumliche Probleme geprägt sind. In
dieser Ausgangslage haben die Schulen bereits vor Jahren begonnen,
soziokulturelle Defizite im Stadtteil aufzufangen und ihren Unterricht
gemeinwesenorientiert zu gestalten. Durch die Einbindung in das vom
Kultusministerium NW geförderte Konzept Gestaltung des Schullebens und
Öffnung von Schule" (1991-1994) konnten erste Kooperationsformen mit
außerschulischen Partnern entwickelt werden. Seit dem Sommer 1996 ist
Ratingen-West in das Handlungskonzept der Landesregierung für
Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf" aufgenommen. Zugleich
wurde der BLK-Modellversuch genehmigt. Beide Konzepte sind aufeinander
bezogen und als integrierter Ansatz zu einer wirksamen Erneuerung des
Stadtteils zu verstehen. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Aktivierung
und Stärkung von Selbsthilfepotentialen und des bürgerschaftlichen
Engagements. Im Schulbereich soll modellhaft ein Konzept entwickelt und
erprobt werden, das eine aktive Teilhabe von Kindern und Jugendlichen
an der Gestaltung ihres sozialräumlichen Umfeldes beinhaltet. Dabei
sollen die Belange des Stadtteils und die Mitgestaltungsmöglichkeiten
der Kinder und Jugendlichen zu einem Schwerpunkt des jeweiligen
pädagogischen Profils bzw. Programms der Schulen werden. Die Einbindung
und Institutionalisierung lebensnaher und stadtteilbezogener Themen
erfolgt im Rahmen schulinterner Curricula: Stadtentwicklung wird
systematischer Bestandteil des Unterrichts in verschiedenen
Fächergruppen, wobei die Unterrichtsprozesse und -ergebnisse durch
Rückkoppelung mit der kommunalen Entwicklungsplanung an Relevanz
gewinnen. Zur Ergänzung des traditionellen Fachunterrichts werden
didaktische Verfahren eingesetzt, die überfachliches, projekt- und
handlungsbezogenes Lernen ermöglichen und zugleich die Interaktion
zwischen Schulen und Schulumfeld stärken. Der Ausbau der Kontakte und
Kooperationen mit dem außerschulischen Umfeld soll langfristig dazu
beitragen, dass die Schulen zu einer altersübergreifenden
Begegnungsstätte im Stadtteil werden. In den Modellversuch sind alle
Schulen in Ratingen-West (vier Grundschulen, Realschule, Gymnasium,
Gesamtschule und eine Sonderschule für Geistigbehinderte) sowie der
städtische Jugendclub einbezogen.