
PROJEKTDATEN
Projektkennung
STEG
Projektleitung
Prof. Dr. Heinz Günter Holtappels
Webseite des Projekts
Länderübergreifende Forschungsprogramm zur Entwicklung von Schulen in Ganztagsform in Deutschland
Projektbeschreibung
Projektbeschreibung
Der Auf- und Ausbau schulischer Ganztagsangebote spielt in der aktuellen Bildungsdebatte eine bedeutende Rolle. Die Länder starten in Verbindung mit dem Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ (IZBB) des BMBF wichtige Reformvorhaben im schulischen Bereich bzw. setzen bestehende Initiativen und Programme fort.
Vor diesem Hintergrund wird mit der „Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen“ (StEG) ein länderübergreifendes Forschungsprogramm zur Entwicklung von Ganztagsschulen und -angeboten durchgeführt. In einem Forschungskonsortium des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (verantwortlich Prof. Dr. E. Klieme), des Instituts für Schulentwicklungsforschung (verantwortlich Prof. Dr. H. G. Holtappels) und des Deutschen Jugendinstituts (verantwortlich Prof. Dr. Th. Rauschenbach) untersucht das Projekt dabei größere Stichproben von Schulen in drei Erhebungswellen (Längsschnitt). Dem Stand der Schul- und der Jugendforschung entsprechend wird hierzu eine große Zahl von Schulleitungen, Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrkräften, weiterem pädagogisch tätigem Personal und außerschulischen Kooperationspartnern systematisch befragt.
Auf der Basis der relativ breiten Eingangserhebung (Mai bis Juli 2005) umfassen die Untersuchungen und Analysen eine Reihe von unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten. Gestützt auf diese breite empirische Basis werden damit fundierte Aussagen über Gestaltung und Entwicklung ganztägiger Angebote möglich.
Fragestellung und Ziele der Studie
Da es derzeit einen geringen wissenschaftlichen Kenntnisstand über die Wirkungsweise von Ganztagsschulen bzw. -angeboten gibt, wird mit der „Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen“ (StEG) seit 2005 ein länderübergreifendes Forschungsprogramm zur Entwicklung von Ganztagsschulen und –angeboten durchgeführt, welches systematisches Wissen darüber erarbeitet,
- wie ganztägige Bildungsangebote – ggf. gemeinsam mit außerschulischen Kooperationspartnern – konzipiert und implementiert werden,
- in welchen Kooperationsformen und organisatorischen Netzwerken dies geschieht,
- unter welchen Voraussetzungen (schulische Bedingungen, außerschulischer Kontext, familiäre Situation der Schülerinnen und Schüler) sie am besten eingeführt werden können und hohe Akzeptanz finden,
- wie eine starke Partizipation erreicht und Schwierigkeiten überwunden werden,
- welche Konsequenzen die neue Gestaltung von Schule schließlich für die Betroffenen selbst, aber auch für das soziale Umfeld der Schule hat,
- wie zufrieden die Eltern und Schülerinnen und Schüler mit den ganztägigen Angeboten sind und
- ob sich die Lern- und Unterrichtskultur durch die Einführung der Ganztagsangebote verändert.
Projektdesign und Erhebung
StEG ist als eine quantitativ-standardisierte Befragungsstudie angelegt, deren methodisches Profil vor allem drei Punkte ausmachen: die Mehrperspektivität der Datenerhebung, das Längsschnitt-Design und die umfassende, bundesweite Stichprobe.
Bei der Entwicklung der Fragebögen wurde - soweit sinnvoll und möglich - auf bewährte und erprobte Instrumentarien (Skalen) aus anderen Untersuchungen (z.B. IGLU, PISA) zurückgegriffen, damit die Studie anschlussfähig an die Theorien und Befunde der Schulforschung ist. Sofern Skalen aus national repräsentativen Studien verwendet wurden, können die Besonderheiten der Schulen mit ganztägigen Angeboten vor dem Hintergrund dieser Studien dargestellt werden. Bei den ganztagsspezifischen Bereichen wurden mangels Vorlagen überwiegend neue Instrumente entwickelt.
Inhaltlich beziehen sich die Erhebungen auf Aspekte und Merkmale aus die im Unterpunkt „Ziele und Fragestellung“ genannten Aspekte. Dabei findet zum einen zu manchen Fragenkomplexen eine Parallelbefragung der verschiedenen Adressatengruppen statt, so dass beispielsweise die Akzeptanz von Ganztagsangeboten und das Schulklima aus der Sicht aller beteiligten Gruppen analysiert werden können. Zum anderen sind je nach Adressatengruppe jeweils spezifische Erhebungsschwerpunkte gesetzt worden.
StEG ist als Längsschnittstudie mit drei Erhebungswellen angelegt (Abbildung). Dadurch wird es möglich, Veränderungen an den Schulen zu beschreiben, mögliche Effekte zu identifizieren und diese auf Bedingungsfaktoren (v.a. Merkmale der ganztägigen Angebote) zurückführen. Aufgrund der drei Erhebungszeitpunkte ergibt sich ferner in der Schülerstichprobe eine zentrale Kohorte, die von der 5. bis zur 9. Jahrgangsstufe verfolgt werden kann. Flankierend ergeben sich zwei weitere Kohorten, die einmal von Klasse 7 nach Klasse 9 und einmal von Klasse 5 nach Klasse 7 verfolgt werden können.
Datenrückmeldung an die Schulen und Länder
Ergebnisrückmeldungen während der Laufzeit der Studie und die Dokumentation von Entwicklungen in Schulen gehören zu den festen Bestandteilen von StEG. So werden gewonnene Erkenntnisse und Transferwissen (insbesondere zu Gestaltungsansätzen, Realisierungsmöglichkeiten und Gelingensbedingungen) in aggregierter und anonymisierter Form an Schulen und Länder weitergegeben, damit es unmittelbar für die Weiterentwicklung der Ausbauprogramme bzw. für die Schulentwicklung genutzt werden kann.
Anhand der Eingangserhebung 2005 wurden den beteiligten Ländern und jeder einzelnen Schule bereits ihre spezifischen Ergebnisse mit abgestimmten Vergleichswerten zurückgemeldet.
Ergebnisse
Erste StEG-Ergebnisse wurden auf einer Pressekonferenz des Forschungskonsortiums und des BMBF in Berlin am 19.03.2007 vorgestellt. Die erste Buchpublikation zur Ausgangserhebung „Ganztagsschule in Deutschland“ ist im Juventa-Verlag erschienen.