PROJEKTDATEN
Projektkennung
EPSS
Laufzeit
01.11.2006 - 30.04.2007
Projektleitung
Dr. Martin Bonsen
Wissenschaftliche Leitung
Prof. Dr. Wilfried Bos
EPSS: Entwicklung und Pilotierung eines schulbezogenen Sozialindex
Projektbeschreibung
Die Freie und Hansestadt Hamburg hat im Rahmen der Schulleistungsstudie „Kompetenzen und Einsstellungen von Schülerinnen und Schülern - KESS-4 eine wissenschaftliche Analyse der sozialen Hintergründe der Schülerschaft an Hamburger Grundschulen durchführen lassen. An der Universität Hamburg wurde hierzu ein Index berechnet, der die soziale Situation der Schulen widerspiegelt und Einschätzungen zu den sozialen und familiären Ressourcen der Schülerinnen und Schüler einzelner Schulen zulässt (vgl. Bos et al. 2006). Ausgehend von den sozialen Lagen der einzelnen Schülerinnen und Schüler wird hier die „soziale Belastung“ einzelner Bildungsinstitutionen quantifiziert.
Zur Berechnung des Index zur sozialen Belastung von Schulen werden Daten über die soziale Lage von Schülerinnen und Schülern erhoben und auf Schulebene aggregiert. Der Schülerhintergrund wird hierbei in Anknüpfung an aktuelle Modelle sozialer Ungleichheit über einen ressourcen-orientierten Kapitalansatz der Reproduktion sozialer Ungleichheit erfasst (vgl. Bourdieu 1983).
Im Rahmen einer Pilotstudie in Dortmund und dem Kreis Coesfeld führt das IFS in Zusammenarbeit mit dem MSW und der Stadt Dortmund eine Erhebung zur Entwicklung eines schulbezogenen Sozialindex durch. In Dortmund und Coesfeld werden hierzu alle Grundschulen und weiterführenden Schulen (ohne Förderschulen) in die Untersuchung einbezogen. Insgesamt nehmen in Dortmund 94 Grundschulen und 55 weiterführende Schulen und im Landkreis Coesfeld 44 Grundschulen und 33 Schulen mit Sekundarstufe I teil.
In der Pilotphase werden unterschiedliche Variationen der innerschulische Datenerhebung realisiert. Dies dient dem Zweck, ein möglichst optimales und ökonomisches Verfahren für eine mögliche flächendeckende Implementation des Sozialindex in Gesamt-NRW bestimmen zu können. Da in einer Flächenuntersuchung aus Kostengründen nur jeweils eine Stichprobe von Schülern und Eltern in jeder Schule befragt werden kann, soll im Rahmen der Pilotierung das bestmögliche Verfahren bestimmt werden. Durch dieses Vorgehen sollen Aussagen über die Stabilität der Ergebnisse unterschiedlicher Vorgehensweisen und eine möglichst optimale innerschulische Stichprobenziehung möglich werden. Im Rahmen der Pilotphase ist geplant, basiert auf den Ergebnissen der Indexberechnung, Schulen Kriterien zur Selbsteinschätzung vorzulegen und die darauf bezogenen Selbsteinschätzungen durch die Schulleitungen mit den Ergebnissen der Sozialindexerhebung abzugleichen.