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PROJEKTDATEN

Projektkennung

Ganz In

Laufzeit

01.11.2009 - 31.10.2015

Projektleitung

Dr. Nadja Pfuhl

Wissenschaftliche Leitung

Prof. Dr. Wilfried Bos

Ganz In – Mit Ganztag mehr Zukunft. Das neue Ganztagsgymnasium NRW

Begleitforschung

Konzeption der wissenschaftlichen Begleitforschung zum Projekt:

 

"Ganz In - Mit Ganztag mehr Zukunft. Das neue Ganztagsgymnasium NRW"

"Ein gemeinsames Projekt der Stiftung Mercator, des Instituts für Schulentwicklungsforschung Dortmund (IFS), stellvertretend für die drei Ruhrgebietsuniversitäten, und des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen. In diesem Projekt arbeiten 31 ausgewählte Gymnasien des Landes NRW mit."


 

Die wissenschaftliche Begleitung ist ein zentraler Bestandteil für den Erfolg des Projekts und die Realisierung der Übertragbarkeit der Ergebnisse. Sie enthält summative und formative Evaluationselemente sowie in Teilen auch Grundlagenforschung, die für die Erarbeitung von Konzepten der Weiterentwicklung und Implementierung von Teilmodulen des Gesamtdesigns genutzt werden sollen. Die wissenschaftliche Begleitung wird auch dazu genutzt, während der Projektlaufzeit Erkenntnisse über die Arbeit des Projekts und der Schulen zu erhalten, die im Sinne einer Nachsteuerung wieder in die Projektdurchführung einfließen. Es ist geplant, den Schulen jährlich direkte Rückmeldungen zu den Ergebnissen ihrer Reformarbeit (z.B. zu den Veränderungen der Schülerleistungen) zu geben.

Die Ziele der wissenschaftlichen Begleitung lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Sicherstellung der Prüfbarkeit des Erfolgs der Maßnahme im Bereich der Kompetenzentwicklung von Schülerinnen und Schülern durch ein Kontrollgruppendesign mit Leistungsvergleichen (hier: Nutzung der Daten der Lernstandserhebungen NRW, keine Etablierung einer separaten Kontrollgruppe),
  • Identifizierung von Gelingensbedingungen beim Umbau zum Ganztagsgymnasium,
  • Beobachtung der Entwicklung der Unterrichtsqualität,
  • Beobachtung der Veränderung des Professionswissens bei Lehrkräften,
  • Entwicklung und Untersuchung der Wirksamkeit von unterrichtlichen Förderkonzepten,
  • Beobachtung von außerunterrichtlichen Ganztagsangeboten im Sinne erweiterter Lerngelegenheiten,
  • Beobachtung von Entwicklungsverläufen des organisatorischen Wandels.

 

Die Begleitung und Analyse des Vorhabens macht ein Forschungsdesign notwendig, das unterschiedlichste Methoden zum Einsatz kommen lässt. Dabei richtet sich die Wahl der Methoden nach den Fragestellungen, die sich im Kontext der Evaluation und Begleitforschung ergeben.

Nutzung der amtlichen Statistik/Bildungsstatistik:

Fragen nach der Entwicklung der Bildungsbeteiligung, Klassenwiederholung und Leistungsniveaus lassen sich zumindest zum Teil durch bildungsstatistische Analysen beantworten. Hierfür wird es notwendig sein, eine Art Bildungsberichterstattung für das Projekt einzurichten, in der zentrale Indikatoren über die zehn Jahre verfolgt und mit Aspekten der bundesdeutschen Gesamtentwicklung verglichen werden können. Neben Beteiligungsquoten etc. sollten hier auch Befunde der zentralen Prüfungen sowie der Lernstandserhebungen dokumentiert werden. Eine Ergänzung dieser Daten um Befunde der Schulinspektion wäre wünschenswert.

Kompetenzmessung:

Die vorhandenen Statistiken sind zwar nützlich, können aber einen echten Längsschnitt nicht ersetzen. Insbesondere zur Beantwortung der Frage, inwieweit eine durch den Ganztag veränderte Lernkultur, die auf die individuelle Förderung der Kinder und Jugendlichen achtet, einen Einfluss auf die Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler hat, sind regelmäßige Kompetenzmessungen notwendig.

Es wird mit mehreren Längsschnitten in den Fächern Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaften, Englisch sowie Domänen fächerübergreifenden Lernens (z.B. Problemlösen) gearbeitet.

 

 

Survey:

Die längsschnittliche Kompetenzmessung wird durch Daten, die im Rahmen von Fragebogenerhebungen an den Schulen stattfinden werden, ergänzt. Befragt werden Schulleitungen, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, Eltern und bei Bedarf organisationsspezifische Arbeitsgruppen (z.B. Steuergruppen).

Im Fokus der Befragung stehen u.a. folgende Themen:

-          Lehr-Lernarrangements und Unterrichtsqualität sowie systematische Unterrichtsentwicklung unter besonderer Berücksichtigung individueller Förderung in den Fachdomänen,

-          ausgewählte Aspekte der Organisationskultur (Lehrerkooperation, Zielorientierung, Innovationsbereitschaft, Führung und Management, Arbeitsklima, etc.),

-          Angebotsstruktur und Lerngelegenheiten im Ganztagsbetrieb, insbesondere auch die Verbindung mit dem Fachunterricht,

-          Unterstützungsqualität durch das Projekt, Schulträger, etc.,

-          Implementationstiefe.

Die verschiedenen Themen werden soweit möglich und sinnvoll bei den verschiedenen Akteuren abgefragt, um so ein möglichst vollständiges Bild der je spezifischen Situation zu erhalten.

Qualitative Fallstudien und ethnographische Feldforschung:

Die qualitative Schulentwicklungsforschung hat nur selten die Gelegenheit, Schulen über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren intensiv zu beobachten. Einzigartig ist in diesem Projekt, diese Beobachtung mit „harten" Daten zu kombinieren. So kann ein qualitativer Längsschnitt entstehen, der über Entwicklungspfade und Entwicklungsdynamiken von Gymnasien zu Ganztagsgymnasien Auskunft gibt. Dabei können klassische Schulentwicklungsthemen wie Organisationskultur, Selbststeuerungsprozesse und Lehrerkooperation genauso in den Fokus rücken wie Fragen nach der Angebotsentwicklung im Ganztag oder der Veränderung von Orientierungsrahmen der Lehrkräfte.

Aktionsforschung:

Insbesondere zwei im Projekt als Unterstützungssystem für die Schulen fungierende Schulentwicklungsberater haben im Verlauf des Projekts gemeinsam mit den Schulen im Sinne des Paradigmas der Aktionsforschung kleinere Projekte zu initiieren, durchzuführen und auszuwerten. Dabei sollen insbesondere die Schulen lernen, kleinere Untersuchungen für das organisationale Lernen fruchtbar zu machen.

Ihr Ansprechpartner im IFS:

Dr. Nadja Pfuhl

Projektleiterin

pfuhl@ifs.tu-dortmund.de

Tel.: 0231 - 755-5505

FAX: 0231 - 755-7809

 

Die wissenschaftliche Begleitforschung des Projekts wird von folgenden Personen / Lehrstühlen durchgeführt:

 

Technische Universität Dortmund:

  • Prof. Dr. Wilfried Bos

(Institut für Schulentwicklungsforschung; Leitender Direktor)

  • Prof. Dr. Heinz Günter Holtappels

(Institut für Schulentwicklungsforschung; Evaluation und Bildungsmanagement)

  • Prof. Dr. Stephan Hussmann

(Institut für die Entwicklung und Erforschung des Mathematikunterrichts (IEEM); Fachdidaktik der Mathematik, insbesondere der Sekundarstufe I)

 

Ruhruniversität Bochum:

  • Prof. Dr. Markus Ritter

(Englisches Seminar; Professor für Didaktik des Englischen)

  • Prof. Dr. Joachim Wirth

(Institut für Pädagogik; Lehrstuhl für Lehr- Lernforschung)

 

Universität Duisburg-Essen:

  • Prof. Dr. Albert Bremerich-Vos

(Campus Essen; FB Geisteswissenschaften - Germanistik)

  • Prof. Dr. Detlev Leutner

(Campus Essen; Lehrstuhl für Lehr-Lernpsychologie, Leiter des Zentrums für empirische Bildungsforschung der Universität Duisburg-Essen)

  • Prof. Dr. Hans E. Fischer

(Campus Essen; Universitätsprofessor für Didaktik der Physik)

  • Prof. Dr. Angela Sandmann

(Campus Essen; Studiendekanin Didaktik der Biologie)

  • Prof. Dr. Elke Sumfleth

(Campus Essen; Lehrstuhl für Didaktik der Chemie)